Immobilienberater: Vorsicht mit sensiblen Daten

Wer eine Immobilie verkaufen möchte, hat die Wahl zahlreicher Immobilienplattformen, auf welchenn er sein Angebot einstellen kann. Private Verkäufer aber mancherorts auch Makler stellen dabei nicht selten mehr Informationen ins Netz, als ratsam ist.

Das luxuriöse Einfamilienhaus oder die schöne Penthouse-Wohnung steht mit zahlreichen Fotografien auf einem Immobilienportal. Schnell gehen beim Eigentümer erste Anfragen ein mit der Bitte, doch möglichst umfangreichere Informationen per Mail zuzustellen. Was einfach und folgerichtig erscheint ist jedoch nicht immer auch ratsam. Die Bequemlichkeit des Internets bringt es mit sich, dass eine Anfrage an einen Verkäufer nur einen Mausklick entfernt ist. Die Hemmschwelle ist klein, auch dann eine Anfrage auch dann zu stellen, wenn kein ernsthaftes Interesse am Erwerb der ausgeschriebenen Liegenschaft besteht.

Der Neugierige

Zur Gruppe der Neugierigen gehören oft Nachbarn, Architekten oder ganz einfach Personen, welche die Immobiliensuche ohne konkrete Absichten als Hobby betreiben. Für welchen Preis Nachbar Müllers Haus den Eigentümer wecheln soll, ist auch ohne Kaufabsichten spannend zu wissen. Lästig kann auch sein, wenn der Neugierige das noch bewohnte Objekt schnell auf eigene Faust besichtigt, dabei den Garten betritt oder sogar spontan an der Haustür klingelt. Beliebt ist beim Neugierigen auch die ganz spontane Besichtigung an einem Sonntagmorgen zwischen 11 und 12 Uhr, da sich dies so einfach mit dem Wochenendausflug verbinden lässt. Sieht man vom Zeitbedarf für die Beantwortung dieser Anfragen und möglicher Besichtigungen ab, so hält sich der Schaden für einen Verkäufer noch in Grenzen, ist aber trotzdem ärgerlich.

Der Mitbewerber

Eine zunehmend beliebte Form der Akquisition durch Makler scheint heute so zu verlaufen, dass Informationen bei den Berufskollegen angefragt werden. Damit die Anfrage nicht zu auffällig ist, wird gerne die Privatadresse als Kontakt angegeben. Bei telefonischer Kontaktaufnahme hören wir dann beispielsweise: „Ich suche für einen guten Bekannten auf privater Basis ein Haus“ oder auch „Ich habe gar nicht bemerkt, dass Sie diese Liegenschaft im Verkauf betreuen“. Seriöse Makler geben sich von Beginn an als solche zu erkennen. Und wenn diese Basis stimmt, steht einer Zusammenarbeit auch grundsätzlich nichts im Wege.

Der Bilderdieb

Diese Gruppe vermeintlicher Interessenten ist vielmehr an Bildermaterial als an der Liegenschaft selbst interessiert. Sei dies, um auf einer privaten Webseite mit tollen Fotografien Aufmerksamkeit zu erhaschen oder um damit komerzielle Interessen zu verfolgen. Im digitalen Zeitalter lässt sich die unkontrollierte Verbreitung später kaum mehr eindämmen. Ein Beispiel aus der Praxis: Anfrage eines Herrn H. aus Z, welcher Informationen und insbesondere Bildmaterial anfordert. Eine kurze Abklärung zeigt, Herr H. wohnt nicht in Z. sondern Y., heisst in Wirklichkeit P. und betreibt eine Internet-Werbeagentur. Das Interesse war vorgespiegelt, um attraktives Bildmaterial für andere Zwecke zu erhalten.

Der Ideensucher

Auch der Ideensucher erwägt keinen Kauf der angebotenen Liegenschaft. Vielmehr wälzt er sich mit einem Renovations- oder Umbauvorhaben für sein bestehendes Haus und sucht nach Inspiration und Quellen für dieses Vorhaben. Diese Subkategorie des Neugierigen ist vor allem an Plänen, Grundrissen oder Informationen zu Architekten oder beteiligten Unternehmern interessiert.

Der Interessent mit dem Auge für das Besondere

Dieser Interessent hat nicht primär ein Auge für die attraktive Architektur oder den schönen Garten, sondern für das Innenleben des Hauses. Gibt es hier vielleicht wertvolle Bilder, Skulpturen oder andere Wertgegenstände? Genau deshalb ist es nicht unproblematisch, Wertvolles oder vermentliche Preziosen zu stark in den Fokus von Bildaufnahmen zu rücken. Dass der vermeintliche Giacometti vielleicht nur eine billige Kopie ist, erschliesst sich dem Betrachter kaum. Und ungebetenen Besuch erwünscht man sich als Verkäufer ja nicht.

Das Fazit des Experten

Das Internet ist durchaus ein Segen, allerdings gilt es, mit Informationen sorgsam umzugehen. Im Erstkontakt sollen dem Interessenten grundsätzlich keine Informationen zugespielt werden, welche detaillierte Rückschlüsse auf die Eigentümerschaft, die Wohn- oder Lebensumstände ermöglichen.

In Alltag halten wir es so, dass wir bei Anfragen generell prüfen, wer der Anfragende ist. Dabei gilt: je gehobener das Marktsegment, desto genauer erfolgt die Prüfung. Dieses Vorgehen ist mitunter zeitintensiv, schützt unsere Auftraggeber jedoch in Ihrer Privatsphäre.

Aus unserer Serie der Immobilienberater

Lofthome Immobilien AG

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