US Immobilienkrise, Auswirkungen Eigenheimbesitzer

US Immobilienkrise und deren Auswirkungen für Schweizer Eigenheimbesitzer

US Immobilienkrise - USA Immobilien

Eine beispiellose Immobilienkrise erschüttert derzeit die USA. Vielen Immobilienbesitzern in der Schweiz sind die Ursachen, Hintergründe und die Auswirkungen dieser Krise nicht bekannt. Die wichtigsten Fragen und Antworten auf die Immobilienkrise zusammengefasst für Sie.

 

 

Was ist die Ursache dieser Immobilienkrise?
US-amerikanische Haushalte sind oft stark verschuldet, sowohl mit Hypothekarkrediten als auch bei den Konsumausgaben. Seit dem Jahr 2002 sind die Immobilienpreise in den USA sehr stark angestiegen. Viele Haushalte nutzten Immobilienkredite um Konsumausgaben zu finanzieren. Das funktionierte so lange, wie die Häuserpreise stark angestiegen sind. Durch die ansteigenden Preise sind die Haushalte über neue Hypothekarkredite zu relativ günstigem Geld gelangt. Gleichzeitig wurden viele Immobilienkäufe mit wenig oder ohne Eigenkapital finanziert. Oft wurden Hypotheken mit günstigen Anfangszinsen abgeschlossen, wobei die Zinssätze von den Banken nach relativ kurzer Laufzeit jeweils stark erhöht wurden. Zuletzt war auch massgeblich, dass der Boom in den USA viele Spekulanten angezogen hat, welche Häuser ausschliesslich mit Gewinnabsichten erworben haben.

Ab 2005 warnten Ökonomen, dass dieser Boom nicht anhalten werde, ab 2006 zeichnete sich eine Abflachung deutlich ab, im Sommer 2007 hat die Krise fast alle Teile der USA und damit mehrere hunderttausend Immobilienbesitzer erfasst.

 

Ist der Schweizer Immobilienmark von der Krise betroffen?
Der Schweizer Markt unterscheidet sich in der Finanzierung von Liegenschaften erheblich von den Gepflogenheiten in den USA. Schweizer Banken verlangen für einen Immobilienkauf 20 Prozent Eigenkapital und prüfen die Bonität des Kreditnehmers in der Regel genau. Direkte Auswirkungen auf Immobilienbesitzer sind daher eher nicht zu erwarten. Hingegen sind nachhaltig negative Auswirkungen für die Finanzindustrie und damit für die Weltwirtschaft heute nicht mehr auszuschliessen.

 

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Weshalb sind auch Schweizer Banken von der Krise betroffen? Die Banken sind heute global tätig und finanzieren direkt oder indirekt auch Immobilien im Ausland. Direkt durch die Ausleihung von Geld an einen Immobilienbesitzer, diese Kredite sind in der Regel bei Schweizer Banken gut abgesichert. Indirekt beteiligten sich Banken auch in Immobilienfinanzierungen, in dem sie in Hedge Fonds und Anlagefonds ausgelagerte Wertpapiere in Ihre Bücher aufnehmen. Dabei haben kreditgebende Banken ihre Hypothekarkredite in Wertpapiere gebündelt, und diese verbrieften Kredite auf dem Markt zum Kauf angeboten, damit das Risiko als ausgelagert.

 

 

Sind diese verbrieften Kreditpakte als Geldanlage unsicher?
Derzeit ist der Markt für verbriefte Hypothekarkredite praktisch illiquide, die Papiere können kaum mehr veräussert werden. Die Problematik liegt darin begründet, dass Kredite von erstklassigen Schuldnern zusammen mit Krediten von schlechten Schuldnern in Paketen gebündelt wurden. Vielfach fehlt heute noch die Übersicht darüber, in welchen Kreditpaketen welche Risiken enthalten sind.

 

In wessen Besitz befinden Sich diese verbrieften Kreditpakte heute?
Das ist teilweise noch immer unklar. Selbst die Führungsspitze verschiedener Banken und auch Versicherungen waren sich zu lange Zeit nicht im Klaren, welche Kreditrisiken sich in Ihren Wertpapierbeständen aufgebaut hatten. Diese Unsicherheit trägt derzeit massgeblich dazu bei, dass sich für verbriefte Hypothekarprodukte kaum mehr Käufer finden.

 

Ist mit einem Preiszerfall bei Schweizer Immobilien zu rechnen?
Insgesamt ist eher von einer Stagnation auszugehen, die Gründe dafür dürften jedoch mehr im lokalen Marktgeschehen zu finden sein, als in der amerikanischen Immobilienkrise. Einerseits erlebte die Schweiz in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Bauboom, welche sich derzeit abflacht. Anderseits führen die steigenden Zinsen dazu, dass Eigenheime nicht mehr so günstig finanziert werden können, wie noch vor einigen Jahren.

 

Meine Hypothek läuft demnächst aus, was raten Sie?
Bei solider Finanzierung besteht kein Grund zur Sorge. Immobilienfinanzierungen sollten meist mittel- bis langfristig geplant werden. Da sich die langfristige Zinsentwicklung nur schwer abschätzen lässt, empfiehlt es sich, die Hypotheken zu staffeln. Dabei kann beispielsweise je 1/3 der Hypothek auf 3, 5 und 8 Jahre fixiert werden.

 

Weshalb soll ich die Laufzeit splitten?
Wird die Gesamthypothek zu einem Zeitpunkt zur Erneuerung fällig, so kann dies unter Umständen nur zu erheblich höheren Zinssätzen erfolgen. Bei einer Staffelung können Sie dieses Risiko minimieren, weil jeweils nur eine Tranche zu einem Zeitpunkt erneuert werden muss.

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